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<!DOCTYPE html>
<html lang="de" prefix="og: http://ogp.me/ns#">
<!--
Hallo Fremde:r,
schön, dass du dich umschaust! Falls du Fragen hast oder wissen
möchtest, wie bestimmte Sachen auf meiner Website funktionieren,
schreib doch einfach an postfach2b [ät] web.de oder sende einen
Post an @charakterziffer@typo.social.
Weiterhin viele schöne Entdeckungen!
-->
<head>
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<title>Über das Berühmtsein-Wollen // @cz+</title>
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<meta name="description" content="Warum suchen Menschen die große Bühne und den Applaus der Öffentlichkeit? Mangelndes Selbstwertgefühl? Lass mich mal darüber nachdenken …">
<meta name="author" content="Gerhard Großmann, postfach2b [ät] web.de">
<meta name="fediverse:creator" content="charakterziffer@typo.social" />
<meta name="keywords" content="Gerhard Großmann, Regensburg, Hohenfels, charakterziffer, Blog, Twitter, Mastodon">
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<meta name="referrer" content="strict-origin">
<style> /* QR-Code mit URL für Ausdrucke, siehe https://www.smashingmagazine.com/2013/03/tips-and-tricks-for-print-style-sheets/#print-qr-codes-for-easy-url-references */
@media print { header:after { content: ""; width: 110px; height: 110px;
background-image: url('https://quickchart.io/qr?text=https://charakterziffer.github.io/beruehmt.html'); background-size: 110px;
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z-index:-1; -webkit-print-color-adjust: exact !important; print-color-adjust: exact !important; } } </style>
<meta property="og:image" content="https://charakterziffer.github.io/bestand/cz200x200.jpg">
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<a title="Zur Startseite" href="https://charakterziffer.github.io/"><img src="https://charakterziffer.github.io/bestand/favicon.png" width="59.8" height="59.8" alt="">@charak<br>terziffer</a>
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<nav class="no-hyphens no-print"><ul>
<li><a href="/archiv.html">Archiv</a></li>
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<main>
<article>
<time datetime="2019-10-02">Mi, 2. Okt. 2019</time>
<h1>Über das Berühmtsein-Wollen</h1>
<p>Gestern habe ich von einem Casting in einem Einkaufszentrum gelesen. Dort macht eine große Produktionsfirma Station und sucht neue Talente fürs Kino und Fernsehen. Teilnehmende können sich auf einer Bühne präsentieren, sich in die Datenbank der Produktionsfirma eintragen lassen und dann beispielsweise in einer Quizshow mitmachen, Serienrollen ergattern, Teil von Talentshows sein oder ihre Geschichte in einer Doku-Sendung erzählen.</p>
<p>Mir persönlich fehlt ja völlig der Anreiz, bei so einem Casting mitzumachen. Warum sollte ich? Warum machen da überhaupt Leute mit? Oder anders formuliert und etwas verallgemeinert: Warum wollen Menschen berühmt werden?</p>
<p><em>Dass</em> Menschen berühmt werden wollen, ist offensichtlich. Sonst würden bei den Talentshows im Fernsehen nicht so viele Leute mitmachen. Ich mag solche Shows nicht besonders. Jury-Mitglieder und Publikum erheben sich mit ihrem Urteil über hoffnungsvolle Bewerber:innen und stellen unbedarfte Teilnehmende bloß; bei der Bewertung zählen Oberflächlichkeiten und Mainstream-Kompatibilität. Ich empfinde dabei vor allem Fremdscham, Mitleid und Unverständnis.</p>
<h2 id="warum-berühmt-sein-wollen">Warum berühmt sein wollen?</h2>
<p>Vielleicht ist es die Suche nach Bestätigung. Wer sich über die eigenen Qualitäten nicht sicher ist, fühlt sich vermutlich besser, wenn einem ein Publikum zujubelt, was für ein toller Mensch man doch ist. In kleinerem Maßstab kann ich das ein Stück nachvollziehen. Auch ich freue mich, wenn ich ein Kompliment bekomme, mir jemand sagt, wie sehr er mich mag oder dass ich etwas prima gemacht habe. Für mich ist aber sehr entscheidend, von wem eine solche Bestärkung kommt. Applaus von einer anonymen Menge ist mir weit weniger wichtig als ein nettes Wort von guten Freund:innen.</p>
<p>Oder erhoffen sich Menschen ein besseres Leben, wenn sie berühmt sind? Mehr Geld und mehr Möglichkeiten; besondere Aufmerksamkeiten und Privilegien, die nicht jede:r hat? Ich befürchte eher, dass sich Berühmtheiten ständig als gutes Vorbild beweisen müssen, sich keine Skandale erlauben können (oder was „die Öffentlichkeit“ dafür hält), dass jede Kleinigkeit des Privatlebens kommentiert wird, man bei Selfie-Anfragen immer lächelnd mitmachen muss und von wildfremden Leuten in seltsame Gespräche verwickelt wird. Hört sich für mich recht anstrengend an.</p>
<p>Oder ist die Absicht hinter einem berühmten Leben, dass man nicht völlig unbedeutend in Vergessenheit gerät, sondern etwas hinterlässt, bevor man stirbt? Das gute Gefühl, dass das eigene Leben irgendwie wichtig war? Ein besonderer Mensch gewesen zu sein? Also, ich weiß nicht, ob man dazu berühmt gewesen sein muss.</p>
<h2 id="ja-aber-du-doch-auch">Ja, aber du doch auch!</h2>
<p>Wenn ich etwas länger darüber nachdenke und die Definition von Berühmtheit etwas weiter fasse, muss ich zugeben, dass ich selbst doch irgendwie auch nach Berühmtheit strebe. Oder es zumindest so aussehen kann. Ich freue mich über Retweets, die meine Tweets verbreiten; ich schreibe diesen Blog und will natürlich auch gelesen werden. Bei zweien meiner Hobbys stehe ich sogar auf der Bühne – und das tut man doch nur, wenn man Applaus sucht, oder nicht?</p>
<p>Ich würde dem entgegnen, dass es bei meinen Tweets mehr um Inhalte geht, nicht um meine Person. Bei meinem Blog ist es so ähnlich, man findet hier nicht mal ein Foto von mir und mit privaten Angaben halte ich mich sehr zurück. Meine Hobbys übe ich eher aus, weil ich gerne mit anderen Menschen ein Projekt umsetze, das sich andere gerne ansehen. Das macht mir Freude und im Mittelpunkt stehe ich dabei auch nicht.</p>
<p>Vielleicht ist es bei vielen anderen Berühmtheiten ja ähnlich: Sie glauben, der Öffentlichkeit etwas zu sagen zu haben, möchten andere unterhalten oder haben einfach Spaß an ihrer Tätigkeit. Vielleicht steckt der gar nicht so egoistische Wunsch dahinter, die Welt ein bisschen schöner zu machen. Erkenntnis für mich: Vermutlich sind Leute, die ein Publikum suchen, weniger selbstsüchtig und bestätigungsheischend als ich annehme.</p>
<p>Und alle, denen dazu noch etwas einfällt, haben im Kommentarbereich nun die Möglichkeit, der Welt ihre Gedanken mitzuteilen, sich mit eigenen Worten in die Öffentlichkeit zu begeben und bestimmt ganz schrecklich berühmt zu werden :-)</p>
<p style="margin-bottom:2.25em;">---<br>
<i>Rubrik(en):</i> <a href="archiv.html?ansporn">#ansporn</a> <a href="archiv.html?kritik">#kritik</a> </p>
</article>
<section id="kommentare">
<h2>1 Kommentar</h2>
<time datetime="2019-10-18 13:52">18.10.2019, 13:52 Uhr</time>
<h3 id="k1"><a href="#k1" style="color:inherit;">#1</a>
<a href="https://bro.doktorbro.net/">anatol broder</a>
</h3>
<p>«der wunsch, die welt schöner zu machen» ist die richtige antwort.</p> <p>schopenhauer formuliert die frage so: «wie ist wohlgefallen und freude an einem gegenstande möglich, ohne irgendeine beziehung desselben auf unser wollen?» (<em>parerga und paralipomena</em>. kapitel 19) «auch der schlechteste schauspieler hat eine rolle, die er vortrefflich spielt: denn da ist er, wie ein lebendiges gesicht unter masken.»</p> <p>eric idle beginnt seinen roman <em>die reise zum mars</em> mit derselben frage.</p>
<hr></section>
<div class="no-print">
<h2 id="kommentieren">Artikel kommentieren</h2>
<p>Ich lege Wert auf eine respektvolle Diskussion und überprüfe jeden Kommentar, bevor er hier erscheint. Beleidigende oder unsachliche Beiträge ignoriere ich mit großem Vergnügen. Alle Angaben sind freiwillig.</p>
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<i>(Pseudonym möglich)</i></div>
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<label for="mail">E-Mail</label>
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<i>(wird nicht veröffentlicht)</i></div>
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<p style="clear:both;" class="no-print"></p>
</main>
<aside class="no-hyphens">
<p>Hallo, ich bin <a href="javascript:new%20Audio('bestand/aussprache.mp3').play()" class="anhoeren" title="Aussprache anhören">Gerhard Großmann</a> aus Hohen­fels<span class="no-print"> (siehe <a href="/index.html#impressum">Impres­sum/Daten­schutz</a>)</span>. Über Fragen, Kritik und Anmer­kungen freue ich mich sehr – z.<small> </small>B.<span class="no-print"> via <a href="https://typo.social/@charakterziffer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Masto­don</a> oder</span> per Mail an <em>postfach2b [ät] web.de</em>.</p>
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